Solidarität mit der Hausbesetzung von Leerstand Gestalten

Wir haben voller Freude von der Besetzung des Hauses in der Forststraße 19 am 27. Mai in Jena erfahren und waren begeistert von der solidarisch und kämpferischen Stimmung vor Ort. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Menschen, die daran beteiligt waren, dass die Besetzung und das Straßenfest möglich waren. Das ist ein großes Dankeschön, vor allem an Leerstand Gestalten.

Nicht nur wir waren über die Besetzung erfreut. Auch Passant*innen und Bewohner*innen vor Ort erklärten sich mit der Besetzung solidarisch und wünschten allen daran Beteiligten viel Erfolg. Zu groß ist das Unverständnis für die Politik der Universität, die unzählige Häuser in Jena leer stehen lässt, obwohl es gleichzeitig Mieterhöhungen, Verdrängung und Obdachlosigkeit gibt. Die Absurdität der Situation wird allzu deutlich in der Geschichte des besetzten Hauses. Dieses steht seit sieben Jahren leer und die frühesten Nutzungspläne der Universität beginnen in vier Jahren. Auch wenn vor Ort niemand sagen konnte, was diese Nutzungspläne überhaupt besagen. Von Seiten der Besetzung gab es konkrete Pläne das Haus wieder mit Leben zu füllen und dringend benötigte, offene Räume zu schaffen. Wir brauchen dringend offene Räume von denen es in Jena so gut wie keine gibt. Und wenn Menschen viel Energie, Zeit und Liebe in den Aufbau und Erhalt von offenen Räumen stecken, werden sie verdrängt und mit Gewalt davon abgehalten solidarische Formen des Zusammenlebens zu praktizieren. Wir haben es gesehen in der Verdrängung auf der Insel und in der Räumung des Waagenplatzes und jetzt in der Räumung der Forststraße 19.

Wir brauchen offene und solidarische Räume und wir brauchen dringend für alle verfügbaren Wohnraum, denn auch in Jena ist Wohnungslosigkeit für die Betroffenen ein gigantisches Problem, das uns alle etwas angeht. Doch anstatt, dass sich konsequent darum gekümmert wird, dass Leerstand zum Wohnen und Leben verfügbar gemacht wird, werden auch hier die Menschen konsequent verdrängt. Anstatt die Wohnungslosigkeit zu bekämpfen, bekämpft Jena Wohnungslose, indem öffentliche Orte möglichst so gestaltet werden, dass sich Menschen ohne eigenen Wohnraum möglichst unwohl fühlen. Themen wir Defensive Architektur und Verdrängung sind ein beliebtes Seminarthema an der Universität die am 27.05 die Räumung veranlasst hat.
Wir haben kein Verständnis für eine Universitätsleitung, die soviel Leerstand zu verantworten hat, sich aber dann noch nicht einmal die Pläne für eine sozio-kulturelle Nutzung anhört und sich statt dessen hinter der Kriminalisierung von Aktivist*innen versteckt. In Uniseminaren von Sozialer Gerechtigkeit zu reden, aber Strukturen, die sich für mehr Gerechtigkeit einsetzen, mit polizeilicher Gewalt zu verdrängen ist Ausdruck einer kaum erträglichen Heuchelei.

Nicht nur sind wir über das generelle Vorgehen der Universität entsetzt, auch können wir nicht nachvollziehen, dass Herr Rosenthal vor Ort polizeiliche Willkür ermöglicht hat. Die Polizei war über eine Stunde lang mit unseren Freund*innen im Haus, ohne dass es eine Öffentlichkeit gab, die die polizeilichen Maßnahmen hätte mitverfolgen können. Doch nicht nur gab es keine Öffentlichkeit, sie wurde aktiv verhindert. Herr Rosenthal hat verhindert, dass Presse ns Haus gehen konnte und auch eine Parlamentarische Beobachtung wurde nicht zu den Besetzer*innen durchgelassen.¹

Wir sind solidarisch in der Lage uns um das Haus zu sorgen. Die Uni beweist seit sieben Jahren, dass sie es nicht ist. Wir werden nicht zulassen, dass die Uni die Ressourcen in der Stadt verkommen lässt und sich an Verdrängung und Verwertung beteiligt.

Unsere volle Solidarität gilt Leerstand Gestalten und vor allem allen Betroffenen von Polizeigewalt und Repression.

 


¹In der ersten Version, die wir auch per Mail verschickt haben, haben wir geschrieben, dass eine parlamentarische Beobachterin nach ca. einer Stunde und Verhandlungen in das Haus gelassen wurde. Von einer der Besetzer*innen wurden wir nun darauf hingewiesen, dass die komplette gewaltvolle polizeiliche Maßnahme und Räumung im Haus unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hat, und nie eine parlamentarische Beobachterin zu ihnen durchgelassen wurde. Zwar sah es von der Straße so aus, dass eine parlamentarische Beobachterin nach ca. einer Stunde das Haus betreten durfte, diese hatte allerdings im Haus nie Kontakt zu den Besetzer*innen.
Uns tut Leid, dass wir uns so unklar ausgedrückt haben und somit etwas suggerierten, was klar dem widersprach, was die Besetzer*innen erlebt haben. Außerdem tut uns Leid, dass wir nicht vorher mit den Besetzer*innen abgeklärt haben was passiert ist.

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Redebeitrag zum feministischen Gegenprotest in Annaberg-Buchholz

Von den Medical Students for Choice Jena und der URL

Seit 152 Jahren stehen Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland im Strafgesetzbuch. Der Kriminalisierung folgt eine Stigmatisierung-und das fängt früh an: Lebensschützer:innen-Verbände wie KALEB oder Alfa propagandieren ihre fundamentalistischen Theorien schon im Schulunterricht.  

Ein Schwangerschaftsabbruch nach Beratungsregel in den ersten 12 Wochen kostet zwischen 360 und 700€ je nach Praxis und Methode auch bis zu 1000€. Ein Antrag auf Kostenübernahme ist bürokratisch, hochschwellig und nicht für alle Menschen gleichermaßen möglich.

Strukturelle Zugangsbarrieren betreffen insbesondere von Armut betroffene Menschen- welche viel zu häufig marginalisierten Gruppen angehören-, Arbeitnehmer*innen im Schichtdienst, Menschen, die nicht gut Deutsch sprechen, rund um die Uhr Kinder betreuen müssen oder die aufgrund von Diskriminierungserfahrungen zB aufgrund verbreiteter Queerfeindlichkeit den Gang zu Ärzt:innen meiden. Diese Menschen werden all zu oft im Diskurs vergessen.

Die Versorgungslage, vor allem im ländlichen Raum, ist prekär! Seit Jahren nimmt die Zahl der Ärzt*innen, die Abbrüche durchführen, ab – gerade mal knapp über 1.000 Ärzt*innen führen diese überhaupt noch durch. Doch wie sollen Menschen mit eingeschränkter Mobilität die meilenweiten Wege zurücklegen?

Die dreitägige Frist zwischen Beratungsgespräch und der Möglichkeit einen Abbruch vornehmen zu lassen ist völlig willkürlich, medizinisch nicht indiziert, entmündigend und stellt für Betroffene eine psychische Belastung dar.

In einer Beratungsstelle einen Termin zu bekommen kann teilweise so lang dauern, dass die Frist des 1. Trimenons überschritten wird.

Beratungsangebote wie Profemina, die harmlos aussehen und mit „ergebnisoffener“ Beratung werben, versuchen schwangere Personen mit psychologischen Tricks gezielt von einem Schwangerschaftsabbruch abzubringen.

Vor Abtreibungskliniken und Beratungsstellen werden Patient:innen sowie Mitarbeitende immer wieder auf übergriffigste Weise belästigt, bedrängt und angegriffen- eine Praxis, die traumatisierend und verletzend ist.

Eine repräsentative Umfrage zeigt, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung für eine umfassende Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen ist. Für politische Änderungen muss aber weiterhin gekämpft werden!

 

Hallo, ich bin *****, nutze das Pronomen er/ihn. Gemeinsam mit etwa 30 Menschen sind wir heute morgen den Weg aus Jena her gefahren. Ich organisiere mich politisch bei der Undogmatischen Radikalen Linken. Und ich bin *****, nutze die Pronomen sie/ ihr und bin von den Medical Students for Choice hier. In Jena haben wir uns mit weiteren feministischen Gruppen zusammengeschlossen, weil wir kein Bock hatten den Fundamentalist*innen ungestört die Straße zu überlassen. Wir haben kein Bock mehr auf Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen durch das Gesetz, aber auch besonders üble Stigmatisierung durch Fundies oder Evangelikale. Wir haben kein Bock auf Queerfeindlichkeit, krude Holocaustvergleiche, verstaubte Rollenbilder, kein Bock mehr auf Patriachat.

Auch in Jena & Thüringen gibt es eine ganzen Haufen Fundies, die uns das Leben zur Hölle machen wollen. Während unserer Vorbereitung auf die Demo heute mussten wir mit Schrecken feststellen, dass Funides in Jena heute zum gleichen Zeitpunkt ein großes Familienfest veranstalten. JETZT GERADE, findet im Jenaer Paradiespark erstmals ein christlich-fundamentalistisches, queerfeindliches und antifeministisches Sommerfest statt. Das sogenannte „Paradiesfest“ steht unter Führung der evangelischen Allianz, der größten Plattform der Fundies. Vorsitzender der Evangelischen Allianz Jena ist der FDPler und Pastor Stefan Beyer, welcher in seinen Predigten gegen Homosexuelle wettert. So bezeichnet er „gelebte Homosexualität“ als die „höchste Auflehnung gegen den Schöpfer“, die ‚Anbetung eines falschen Gottes‘ und „widernatürlich“. Regelmäßig fällt er auch durch seine rassistischen Äußerungen oder seine Nähe zum verschwörungsideologischen sowie extrem Rechten Lager auf.

Presserechtliche Verantwortlichkeit für das Paradiesfest hat Thomas Köhler. Für  ihn sind Menschen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften Zerstörer*innen der „göttlichen Ordnung“. Er verurteilt Frauen, die ihr Leben auch außerhalb vermeintlich familiärer Verpflichtungen von z.B. Kinderkriegen und Haushaltsführung begreifen. Einige der beteiligten Gemeinden wollen Männer traditionell autoritär  und dominant auftreten sehen. Wer sich nicht der Ernährerrolle fügt und die Führung der Familie an sich reißt wird als untauglich zur Erfüllung des „göttlichen Plans“ gesehen. Wer die sogenannte „Gender-Ideologie“ nicht als etwas schlechtes betrachtet wird zum Sünder.

Auch in Jena gibt es einen Ableger von Kaleb e.V., einem christlich-reaktionären Verein von Abtreibungsgegner*innen, der regelmäßig zum Schweigemarsch durch Annaberg-Buchholz anreist und sich auch inhaltlich beteiligt. Aus Jena kommt auch die Stellvertretende Bundesvorsitzende und einzige Frau im Vorstand, Anke Scherbel. Die Busanreise aus Jena zum „Marsch des Lebens“ in Berlin wurde 2021 durch den Jenaer Ableger von Kaleb organisiert. In Berlin wurde der Infostand von Kaleb durch aus Jena angereiste Personen betreut und mit Material ausgestattet, was die bundesweite Vernetzung und zentrale Rolle des Jenaer Ablegers verdeutlicht. 

Die kruden Vergleiche einiger Abtreibungsgegner:innen, etwa mit dem Holocaust, die Ärzt:innen auf eine Stufe mit den Täter:innen des NS-Regimes stellen, relatvieren und banalisieren auf unvorstellbar ekelhafte Weise die Shoa. Erst 2020 nachdem die Ärztin Kristina Hänel geklagt hatte, wurde dieser Antisemitismus, den wir hier nicht reproduzieren wollen, teilweise als rechtswidrig eingestuft.  

Abtreibungsgegner:innen greifen für ihre Propaganda dabei nicht nur zu absurden Vergleichen, sondern verbreiten auch offensichtliche Falschinformationen.

Unter den vorgebrachten „Argumenten“ sind zum Beispiel die physischen und psychischen Risiken von Schwangerschaftsabbrüchen- das ist schlichtweg falsch: Das Risiko, bei einer Lebendgeburt zu sterben, ist 14-mal höher als bei einer Abtreibung. Und Frauen, die ein lebendes Kind gebären, haben ein 1,3-mal höheres Risiko, psychische Probleme zu bekommen. Jahrzehntelange Forschung belegt, dass ein Schwangerschaftsabbruch keine psychischen Krankheiten auslöst- das immer wieder zitierte „Post-Abortion-Syndrom“ existiert nicht.

Die Versorgungslage in Jena ist auf den ersten Blick gar nicht so schlecht. In Jena gibt es zwei uns bekannte Praxen, die Abbrüche vornehmen (+ Klinikum). Niemand muss also für einen Schwangerschaftsabbruch extra in eine andere Stadt fahren. Doch wie absurd! Die gesundheitliche Grundversorgung von Jena, einer Stadt mit über 100.000 Einwohner*innen, ist abhängig von der Arbeit gerade einmal zwei Ärzt*innen! Und dabei gibt es 40 gynäkologische Praxen welche alle theoretisch Abbrüche anbieten könnten! Und eh wir von MSFC herausgefunden haben, dass es eine 2. Praxis in Jena gibt, die nicht bei der Bundesärztekammer gelistet ist, hat es ungefähr ein halbes Jahr gedauert. Ein halbes Jahr – Zeit die schwangere Personen nicht haben, wenn sie sich über ihre Möglichkeiten informieren wollen. Und das trotz Wegfall von §219a!

Doch statt der schlechten Versorgungslage durch die Ausbildung von medizinischem Personal entgegenzuwirken ist auch die Lehre an Unis für angehende Ärzt*innen nicht flächendeckend neutral und umfassend. Medizinstudierende wie wir von Medical Students for Choice müssen für eine wertneutrale und professionelle Ausbildung kämpfen! Es gibt Universitäten in Deutschland, an denen dieser Routineeingriff schlichtweg nicht im Unterricht vorkommt. Oft auf Grund der persönlichen Haltung von Lehrbeauftragten und Chefärzten der gynäkologischen Kliniken (Chefärzte muss hier tatsächlich nicht gegendert werden…) Es existiert sogar ein Weigerungsrecht für die Lehrpersonen, uns diesen wichtigen und häufigen Eingriff aus persönlichen gründen nicht beizubringen- das gibt es für kein anderes medizinisches Verfahren. So kann es vorkommen, dass Ärzt*innen trotz jahrelangem Studium noch nie mit Abbrüchen in Kontakt gekommen sind! 

In Jena lernen Studierende seit diesem Jahr zum Glück über verschiedene medizinische Methoden des Schwangerschaftsabbruchs in einer Vorlesung. Aber Erklärungen zur rechtlichen Lage und dem ethischen Diskurs nehmen in der Veranstaltung im Gegensatz zu fachlichen Informationen viel größeren Raum ein. Das wäre nicht Notwendig! Eine Legalisierung ist dringend überfälllig!

Wir müssen also weiterhin kämpfen! Lasst uns nirgendwo wegschauen, wenn selbsternannte Lebensschützer*innen sich breit machen um ihre gefährliche und rückwärtsgewandte Ideologien zu verbreiten. Im Erzgebirge, in Jena und überall. Lasst uns zusammenarbeiten, uns vernetzen, gemeinsam kämpfen für eine intersektionale Perspektive. Die Zugangswege zu Schwangerschaftsabbrüchen müssen sich verbessen, und das fängt schon bei der Lehre an! Lasst uns gemeinsam laut sein für sexuelle Selbstbestimmung, für das Recht auf medizinische Basisversorgung, für legale Schwangerschaftsabbrüche für alle Betroffenen!

Fundamentalismus raus aus den Köpfen!

Für die zur Verfügung gestellten Informationen bedanken wir uns insbesondere bei

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Leben schützen – Abtreibung legalisieren: Gemeinsame Anreise zum feministischen Gegenprotest:

Am 03.Juni findet in Annaberg-Buchholz im Erzgebirge ein Aufmarsch sogenannter „Lebensschütz:innen“ statt- dem wollen wir etwas entgegen setzen.

Deshalb fahren wir  an dem Tag gemeinsam in Kleinbussen zur Gegendemo, die von ProChoice Leipzig organisiert wird. Treff dafür ist 9:15 Uhr am Westbahnhof. Reserviert euch sobald ihr könnt verbindlich einen Platz im Auto (allerspätestens bis zum Abend vor der Abfahrt), indem ihr eine Nachricht an feministischer_gegenprotest@riseup.net mit eurem Namen/Pseudonym (und ggf. Personenanzahl) schreibt und auf eine Zusage durch uns wartet. Für die Finanzierung der Autos würden wir uns über eine Spende von ca. 5€ freuen, die ihr am 03.Juni vor Ort zahlen könnt. An alle, die selbst mit dem Auto nach Annaberg-Buchholz fahren wollen und noch freie Plätze zu Verfügung hätten-meldet euch auch gern unter der Mail-Adresse bei uns! Wir freuen uns auf einen starken Protest mit Euch zusammen!

Hätt Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben. Leben schützen - Abtreibungen legalisieren. 3.6.2023 Annaberg-Buchholz - Pro Choice Sachsen

Aufruf:

Seit über einem Jahrzehnt versammeln sich in Annaberg-Buchholz Abtreibungsgegner*innen zu einem sogenannten „Schweigemarsch für das Leben“. Ihr gewählter Startpunkt ist dabei wie immer der Parkplatz der Erzgebirgsklinik, die als letzte im gesamten Landkreis überhaupt noch Abtreibungen durchführt. Ihr vorgeschobener „Lebensschutz“ ist dabei besonders zynisch, könnten ihre Positionen doch lebensfeindlicher nicht sein. Eines ihrer Hauptziele ist das vollständige Verbot von Abtreibungen, ohne jede Ausnahme. Genau durch solchen Verbote ausgelöste unsichere Abtreibungen sterben jedes Jahr etwa 39.000 Frauen und andere Betroffene. Das sind fast doppelt so viele, wie Annaberg-Buchholz überhaupt Einwohner*innen hat. Unzählige weitere leiden unter gesundheitlichen Folgen oder juristischer Verfolgung. Doch das ist längst nicht alles, wofür die Teilnehmenden stehen. Seit jeher nutzen die Redner*innen des Schweigemarschs die Bühne für ihre konservativen und heteronormativen Inhalten und verbreiten weitgehend ungestört ihre frauen- und queerfeindliche, antisemitische und nationalistische Haltung. Mit diesen Positionen stehen die christlichen Fundamentalist*innen inhaltlich Schulter an Schulter mit Parteien wie AfD und CDU und anderen rechten, sowie antifeministischen Strömungen. Diese Überschneidungen zeigen sich sowohl bei den Teilnehmenden, als auch bei der Auswahl der Redner*innen. Diese regressive Querfront direkt vor unserer Haustür können und wollen wir nicht unwidersprochen lassen.

Wir finden ohnehin: 13 Jahre Schweigemarsch sind mehr als genug! Im Christentum gilt die Zahl 13 nicht umsonst als Unglückszahl – dieses Jahr wollen wir den Fundis ein für alle mal beweisen, wieso das so ist!

Kommt mit uns am 03.06. nach Annaberg-Buchholz. Seid laut, seid wütend, seid viele.

Weitere wichtige Infos findet ihr hier: https://m.facebook.com/Pro-Choice-Leipzig-105110677915510/.

Und nicht vergessen – kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat.

Pro Choice Leipzig, Medical Students for Choice Jena, MediNetz Jena, Trans*solidarische Vernetzung Jena, URL Jena, Grüne Jugend Jena, Linksjugend Jena

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Auf nach Leipzig – TagX wahrscheinlich am 3. Juni

Kommt zur autonomen Tag X-Demo in Leipzig; am Samstag nach der Urteilsverkündung im Antifa Ost-Verfahren!

Das Urteil wird am 31.5. vermutet. Damit wäre TagX am 3. Juni.

Samstag nach dem Urteil ist Tag X im Antifa Ost Verfahren Demonstration in Leipzig. tagXantifaost.noblogs.org

Getroffen hat es einige – gemeint sind wir alle!
Seit über 2,5 Jahren sitzt Lina E. ohne Urteil in Haft. Nun, nach 1,5 Jahren Prozess voller Schikane, Inszenierung und staatlicher Verfolgungswut steht die Urteilsverkündung für die Angeklagte an.
Dabei stützte sich die Bundesanwaltschaft während des Verfahrens auf Aussagen des Verräters und Täters J. Domhöver, das Ermittlungsverfahren widerspricht jeglicher Verhältnismäßigkeit und zieht mit weitreichenden Telefonüberwachungen und Hausdurchsuchungen zahlreiche Grundrechtseinschränkungen mit sich. Prozess und Urteil rund um Lina E. sollen ein Exempel statuieren und Linke abschrecken und spalten, dabei müssen einzelne Angeklagte für eine gesamte Szene herhalten. Es ist offensichtlich, dass die Sonderkommission SokoLinx einen öffentlichen Erfolg einheimsen möchte und unter politischem und medialen Druck steht und damit das Urteil hoch ausfallen könnte. Gerade da die Staatsanwaltschaft 8 Jahre Haft für Lina fordert und auch die anderen Angeklagten mit hohen Haftstrafen rechnen müssen.

Da ein Demoverbot am TagX nicht unwahrscheinlich ist und es vor Cops in der Stadt nur so wimmeln wird. Nehmt euch die Tipps hier zu Herzen: https://de.indymedia.org/node/279863

Wir lassen uns nicht einschüchtern!

Kommt nach Leipzig: Gegen die Kriminalisierung von Antifaschismus und für die Freilassung aller politischen Gefangenen!
Seid bereit für Tag X in Leipzig.

Warum nach Leipzig fahren. Hier eine Erklärung von der RH Leipzig und dem EA Dresden:

https://www.soli-antifa-ost.org/rh-leipzig-ea-dresden-wir-sind-alle-%c2%a7-129-warum-wir-nach-leipzig-fahren/

Mobitexte und weitere Infos:
https://tagxantifaost.noblogs.org/
https://www.soli-antifa-ost.org/

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Aufruf und Umfrage zum feministischen Gegenprotest: Leben schützen – Abtreibung legalisieren

Hätte Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben. Leben schützen, Abtreibungen legalisieren. 3.6.2023. Annaberg-Buchholz. ProChoice Sachsen. Ein Engel reicht Misopreostol 200 an Maria.

Möchtest du am 3. Juni an einer Busanreise nach Annaberg Buchholz teilnehmen? Wir versuchen herauszufinden, ob wir einen Bus aus Thüringen füllen können um gemeinsam zum feministischen Gegenprotest ins Erzgebirge zu fahren. Im folgenden findest du den Aufruf zur Demo. Du solltest dir dafür den ganzen Tag frei halten. Das Busticket würde 10 bis 15€ kosten. Eine Anreise aus Thüringen wird es in jedem Fall geben, einen Bus organisieren wir nur bei ausreichendem Interesse. Gebt eure Stimme (gern auch anonym) unter folgendem Link ab.

https://www.systemli.org/poll/#/poll/QnTmyMl3ND/participation?encryptionKey=D416VE9sUYkJZLOyaTT3E8EhHVR3OUF5L4yRFaaJ

Aufruf:

Seit über einem Jahrzehnt versammeln sich in Annaberg-Buchholz Abtreibungsgegner*innen zu einem sogenannten „Schweigemarsch für das Leben“. Ihr gewählter Startpunkt ist dabei wie immer der Parkplatz der Erzgebirgsklinik, die als letzte im gesamten Landkreis überhaupt noch Abtreibungen durchführt. Ihr vorgeschobener „Lebensschutz“ ist dabei besonders zynisch, könnten ihre Positionen doch lebensfeindlicher nicht sein. Eines ihrer Hauptziele ist das vollständige Verbot von Abtreibungen, ohne jede Ausnahme. Genau durch solchen Verbote ausgelöste unsichere Abtreibungen sterben jedes Jahr etwa 39000 Frauen und andere Betroffene. Das sind fast doppelt so viele, wie Annaberg-Buchholz überhaupt Einwohner*innen hat. Unzählige weitere leiden unter gesundheitlichen Folgen oder juristischer Verfolgung.

Doch das ist längst nicht alles, wofür die Teilnehmenden stehen. Seit jeher nutzen die Redner*innen des Schweigemarschs die Bühne für ihre konservativen und heteronormativen Inhalten und verbreiten weitgehend ungestört ihre frauen- und queerfeindliche, antisemtische und nationalistische Haltung. Mit diesen Positionen stehen die christlichen Fundamentalist*innen inhaltlich Schulter an Schulter mit Parteien wie AfD und CDU und anderen rechten, sowie antifeministischen Strömungen. Diese Überschneidungen zeigen sich sowohl bei den Teilnehmenden, als auch bei der Auswahl der Redner*innen. Diese regressive Querfront direkt vor unserer Haustür können und wollen wir nicht unwidersprochen lassen.

Wir finden ohnehin: 13 Jahre Schweigemarsch sind mehr als genug! Im Christentum gilt die Zahl 13 nicht umsonst als Unglückszahl – dieses Jahr wollen wir den Fundis ein für alle mal beweisen, wieso das so ist!

Kommt mit uns am 03.06. nach Annaberg-Buchholz. Seid laut, seid wütend, seid viele.
Informiert euch auf unseren Kanälen zur sachsenweiten Anreise und weiteren wichtigen Infos!

Und nicht vergessen – kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat.

Pro Choice Leipzig, Medical Students for Choice Jena, MediNetz Jena, Transsolidarische Vernetzung Jena, URL Jena

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