Aufruf zur Kundgebung gegen den Burschentag – 26.10. 19:30 Uhr

+++++++++ Ermittlungsausschuss (26.10. ab 19:30h) 015216854502 +++++++++

 

 

Rechte Netzwerke machen sich in unser Nachbar*innenschaft breit.
Das lassen wir nicht unbeantwortet.
Jena ist neuerdings zum regelmäßigen Austragungsort für den
Burschentag der ADB (Allgem. Dt. Burschensch.) geworden. Einem
rechtsnationalen Männerbund, der vielen Akteuren der AfD oder der
sogenannten Neuen Rechten ein zuhause bietet. Jena hat für die
Burschen eine historische Bedeutung, da hier 1815 die erste deutsche
Burschenschaft gegründet und 2016 die Gründung der ADB stattfand,
als Abspaltung vom faschistischen DB (Dt. Burschensch.), welcher
nach wie vor einen Ariernachweis seiner Mitglieder fordert. Die ADB
ist keinesfalls liberal, auch wenn sie sich versucht so darzustellen. Sie
steht für Deutschtümmelei, Antifeminismus, rechtes Gedankengut und
toxische Männlichkeit. Getreu ihrem Motto „Ehre, Freiheit,
Vaterland“ kommt es immer wieder zu Nazi-Skandalen: Auf ihrer
Gründungsveranstaltung in Jena 2016 wurde das Deutschlandlied mit
allen drei Strophen gesungen. April diesen Jahres verübten Mitglieder
der ADB einen Brandanschlag auf ein linkes Kulturzentrum in
Gießen.
Ende Oktober werden Burschen aus ganz Deutschland in Jena
aufmarschieren. Zu ihrem Begrüßungsabend in der Burschenschaft
Arminia, über der Grünen Tanne, wollen sie sich die Kante geben.
Passend dazu werden auch wir den Burschen einen „angemessenen“
Empfang bieten und deutlich machen, was wir von ihrer völkischen
Ideologie halten. Kommt zur Kundgebung am 26.10 um 19:30 Uhr,
nahe der Karl-Liebknecht-Straße 1. Der genaue Ort wird noch bekannt
gegeben. Die Black kitchen versorgt alle Protestler*innen mit einem
leckeren Eintopf und Tee.

Es darf nicht sein, dass Antifeminismus und rechte Netzwerke weiter
in Jena gedeihen. Lasst uns ein starkes antifaschistisches Zeichen
gegen rechtsnationale Männerbünde setzen!

 

Weitere Informationen über Burschenschaften und Studentenverbindungen des antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszrentrum Apabiz findest du

Hier

Informationen über Jenaer Burschenschaften und Studentenverbindungen findest du auf der Seite von

Elend im Studierendenmilieu

Wir freuen uns unter anderem auf:

einen warmen Eintopf von der BlackKitchen

die Anwesenheit und einen Redebeitrag von den Coburger Genoss*innen, die über den Coburger Convent berichten

die Rhythms of Resistance Trommelgruppe

Elend im Studierendenmilieu mit Informationen über die Jenaer Burschenschaften

und viele laute feministische und antifaschistische Teilnehmer*innen!

Falls ihr polizeiliche Maßnahmen rund um die Kundgebung beobachtet oder selbst festgenommen werdet, dann ruft den Ermittlungsausschuss an:

015216854502

dieser ist am 26.10. ab 19:30h erreichbar! Wichtig: Ihr müsst und solltet auf gar keinen Fall Aussagen bei der Polizei machen. Sondern nach einer polizeilichen Maßnahme und spätestens beim ersten Brief der Polizei oder Staatsanwaltschaft die Rote Hilfe kontaktieren.

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Kurze Auswertung von ‚Wir Zahlen Nicht‘

Wir als URL haben Anfang des Jahres eine Lokalgruppe für die Kampagne ‚Wir Zahlen Nicht‘ in Jena aufgebaut.

Unsre Kritik bezog sich dabei auf die immens gestiegenen Strompreise während Energiekonzerne Milliarden-Gewinne verdienen.  Der Ausgangspunkt für die bundesweite Kampagne war die Frage wie eine bezahlbare und gleichzeitig klimafreundliche Energieversorgung aussehen kann. ‚Wir Zahlen Nicht‘ sollte eine linke Antwort im heißen Herbst darstellen. Mittel der Wahl war dabei eine Organizingkampagne für einen massenhaften Zahlungsstreik der Stromkosten wodurch wir Druck für unsere Forderungen ausüben und eine selbstgewählten Strompreisbremse eigenständig durchsetzen wollten.Wir forderten die Vergesellschaftung und Dezentralisierung der Stromversorgung, 100% erneuerbare Energien, und Zugang zu Strom für alle

Leider wurde die Kampagne aufgrund verschiedener Herausforderungen unter bundesweitem Konsens eingestellt. Ein paar Punkte wollen wir hier transparent machen:

In Diskussionen und Aktionen auf der Straße gab es viel positives Feedback. Die steigenden Preise schienen einen Nerv bei den Menschen zu treffen. Deutlich wurde ein allgemeiner Frust bezüglich der aktuellen politischen Situation. Möglicherweise machten jedoch der Strompreise ein zu kleiner Teil des Frustes aus. Die Kampagne konnte außerdem nicht genug Hoffnung erwecken, um die persönliche Hemmschwelle für das Aktivwerden zu senken. Ohne klare Zwischenziele wirkte die Kampagne mit ihrem hochangesetzten Ziel von 1 Million Unterschriften vielleicht zu unerreichbar. Des Weiteren funktionierte unser Versuch eine Kerngruppe in Jena aufzubauen nicht wie gewünscht. Zum einen gab es zu wenig Resonanz aus der linken Szene, da möglicherweise der gesellschaftliche Diskurs über den Strompreis bereits am Abklingen war. Zum anderen benötigt Organizing viel Zeit und personelle Ressourcen, die wir innerhalb des kurzen Zeitfensters des politischen Momentums nicht ausreichend hatten. WZN versuchte den Spagat zwischen Diskursintervention und Organizing. Diese Kombination ist uns innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeit nicht gelungen. Eine weitere Schwierigkeit hat sich daraus ergeben, dass die Kampagne bundesweit angelegt war ohne eine Möglichkeit sie lokal weiterzuführen. So waren wir auch davon abhängig noch mehr Städte als Berlin, Halle, Kiel, Darmstadt und Jena ins Boot zu holen, was uns nicht gelungen ist.

Trotzdem sehen wir weiterhin viele vielversprechende Aspekte in der Kampagne:WZN hat eine gute Verknüpfung aktueller Themen und Krisen schaffen können. So verband die Kampagne die Kritik an Milliarden-Gewinnen von Großkonzernen mit den akuten Bedürfnissen der Menschen und der Klimakrise.Auch die Form des politischen Zahlungsstreiks sehen wir weiterhin als interessante Möglichkeit, um Menschen Handlungsfähigkeit in politischen Krisen zu ermöglichen.Zuletzt glauben wir, dass das Thema Vergesellschaftung als linke Antwort auf aktuelle soziale Probleme großes Mobilisierungs-Potenzial hat und einen guten Hebel bietet, um den Kapitalismus anzugreifen. Dies konnte zuletzt bei der Kampagne ‚Deutsche Wohnen und Co. enteignen‘ in Berlin beobachtet werden.Wir haben also keineswegs die Hoffnung aufgegeben. Derzeit sammeln wir uns als Gruppe mit unsrer Erfahrung durch WZN neu, sodass ihr uns in einem ähnlichen Kontext in Jena wiederfinden werdet!

Vielen Dank an alle, die mit uns zum Zahlungsstreik bereit waren oder uns unterstützt haben! 💛🖤Solidarische Grüße, URL

 
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Einladung zum Antifa Vernetzungstreffen

Liebe Freund*innen,

im kommenden Jahr 2024 stehen die Landtagswahlen in Thüringen an und die Wahlumfragen für Thüringen zeigen aktuell 32,9% für die rechte, faschistische Partei AfD. Das können wir als linke Gruppen, Initiativen und Menschen so nicht stehen lassen. Es braucht antifaschistische Antworten und Perspektiven!

Lasst uns in den Austausch zu unserer Antwort auf die zunehmende Stärke des Faschismus kommen und gemeinsam konkrete nächste Schritte entwickeln! ✊❤️‍🔥

Die Initiative für das Treffen entstand aus einem ersten Auftakttreffen im Juli zwischen verschiedenen linken Gruppen in Jena.

Wann und wo?

Am 24.8. von 16 bis 19 Uhr findet ein Vernetzungstreffen im großen Saal im Haus auf der Mauer statt.

Ab 19 Uhr ist Raum um sich besser kennen lernen, weiter zu diskutieren. Wenn ihr also erst ab da dazu kommen könnt ist das kein Problem. Wir freuen uns über alle, die kommen!

Worum gehts?

Während des Treffens soll es in Kleingruppen um folgende inhaltliche Schwerpunkte gehen:

1. Wie können wir uns gegenseitig schützen vor zunehmender rechter Gewalt?

2. Wie können wir uns so miteinander organisieren, dass wir uns gegenseitig Kraft geben und als gemeinsame linke/antifaschistische Bewegung auftreten?

3. Wie können wir uns lokal (Stadt&Land) besser vernetzen, uns gegenseitig unterstützen und an unterschiedlichen Orten agieren?

4. Mit welchen konkreten Aktionen reagieren wir auf die AfD?

Dabei wollen wir darüber ins Gespräch kommen, was gerade der aktuelle Ist-Zustand ist, was es gerade konkret braucht, was es aber auch gerade schon für politische Arbeit und Vernetzung gibt und wo Lücken sind. Außerdem wollen wir in den AGs gemeinsam besprechen, was konkrete nächste Schritte sein können.

📬 Teilt die Einladung gerne mit weiteren Gruppen, Initiativen, Freund*innen und interessierten Personen!

Wir freuen uns!

Für die Freiheit für das Leben, Selbstbestimmung muss es geben! 🔥

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Film & Gespräch mit Thomas Walter: Gegen den Strom – Abgetaucht in Venezuela

Was: Film und Gespräch mit Thomas Walter: Gegen den Strom – Abgetaucht in Venezuela

Wann: 1. September, 18:00h

Wo: Emils Ecke, Emil-Wölk-Str. 5, 07747 Jena

Wieviel: Eintritt frei!

Mal Éléve und Thomas Walter stehen an einer Straße und strecken die daumen zum trampen raus. "Gegen den Strom - Abgetaucht in Venzuela" 1. September, 18:00h, Emils Ecke, Emil-Wölk-Str. 5, Film und Gespräch mit Thomas Walter, Eintritt frei

Wir laden euch herzlich ein, mit uns den Film zu sehen und anschließend mit Thomas Walter via Online Meeting ins Gespräch zu kommen.

2019 erschien der Film „Gegen den Strom – Abgetaucht in Venezuela“ von Sobo Swobodnik, in dem Thomas Walter als Protagonist seine Geschichte erzählt.

Trailer und Pressestimmen: https://www.partisan-filmverleih.de/filme/gegen-den-strom/

Gegen den Strom ist ein Film über ein Land im Umbruch, über die katastrophale Situation in Venezuela und über einen seit 25 Jahren im Untergrund lebenden mutmaßlichen „linksradikalen Terroristen“. Über seine Flucht vor den deutschen Ermittlungsbehörden und über ein transatlantisches Musikprojekt, bei dem es um zerplatzte wie aufrechterhaltende linke Utopien geht, um Widerstand  und den Glauben an eine gesellschaftliche Veränderbarkeit durch Musik.

Das K.O.M.I.T.E.E. war eine militant agierende Gruppe in den 1990er Jahren, welcher unterschiedliche Taten vorgeworfen werden. Zum einen sollen die Mitglieder 1994 ein Gebäude der Bundeswehr mit einem Brandsatz angegriffen haben. Am Tatort befand sich ein Schreiben: „Deutschland ist Kriegspartei im Völkermord in Kurdistan. DAS K.O.M.I.T.E.E.“. Zum anderen sollen sie versucht haben, einen im Umbau befindlichen Abschiebeknast in die Luft zu sprengen. Nur zufällig entdeckte eine Streife der Polizei den Kleintransporter mit 120 Kilogramm Sprengstoff und Flugblätter mit der Aufschrift: „Achtung Lebensgefahr, Sprengung des Knastgebäudes, Das K.O.M.I.T.E.E.“.

Im Auto fanden die Polizisten auch die Ausweise von Thomas Walter, Bernhardt Heidbreder, Peter Krauth und dessen Schwester. Peters Schwester, der das Auto gehörte, stellte sich der Polizei nachdem sie ihr Fahndungsfoto in den Medien sah und sagte aus, dass sie nichts mit dem Anschlag zu tun hatte. Trotzdem wurde sie ein paar Tage später in U-Haft genommen. Sie war schwanger. Das Kind kam viel zu früh zur Welt und musste noch wochenlang im Krankenhaus nach der Geburt betreut werden. Nach mehreren Monaten U-Haft kam sie wieder frei, doch wurde sie bis 2012 noch als Beschuldigte geführt.

Während Peters Schwester den Ermittlungs- und Repressionsbehörden des Staates ausgeliefert war, tauchen die drei anderen Beschuldigten unter. Es folgen Jahrzehnte der Verfolgung. 2017 wird schließlich Bernhard in Venezuela von Zielfahndern aufgespürt. Wie er gefunden wurde ist bis heute unklar. Er wird unter schlimmen Bedienungen eingesperrt und erst nach 2 Jahren wieder entlassen. Der oberste Gerichtshof Venezuelas lehnte den Auslieferungsantrag ab, da die Tat in Venezuela verjährt war. Auch in Deutschland ist der ursprüngliche Vorwurf der Mitgliedschaft einer terroristischen Vereinigung längst verjährt. Doch die Trickkiste der Staatsanwaltschaft bietet mehr: Die Verabredung zu einer Straftat verjährt erst nach 40 Jahren. Nachdem Bernhard wieder frei gelassen wurde, beantragten die Drei Asyl. Auch Peter wurde 2019 am Flughafen festgenommen und für Wochen eingesperrt. Doch aufgrund der selben Sachlage wieder entlassen wie bei Bernhard. Bernhard starb im Mai 2021. Peter und Thomas bekamen einige Monate darauf den positiven Asylbescheid.

Website Thomas: https://thomasrobertwalter.de/

Website von K.O.M.I.T.E.E.: https://www.ende-aus.net/

Mehr Infos: https://taz.de/Linksradikale-Gruppe-KOMITEE/!5464717/

https://taz.de/Autonome-beantragen-Asyl-in-Venezuela/!5391008/

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Debattenbeitrag: Auf die Plätze Bündnis in Erfurt

Anlässlich der Anti-AFD Demonstration am 29. April 2023 verfasste die Gruppe Dissens eine Kritik, die hier nachzulesen ist.
Als mobilisierende Kraft aus Jena sprach Dissens auch uns direkt an. Im Folgenden veröffentlichen wir unsere Antwort an Dissens als Debattenbeitrag.

Hallo Dissens, lang ists her aber wir wollten uns gerne eurer Kritik zur Demo am 29.04. in Erfurt annehmen, da wir sowohl als mobilisierende Gruppe URL als auch als individuelle Unterstützer*innen der Demonstration persönlich angesprochen wurden. Zunächst zu einem Kritikpunkt dem wir vollends zustimmen – wir hätten uns auch mehr Radikalität im Inhalt der Demo gewünscht. Auch wir empfanden den Aufruf als inhaltsleer und auch für Redebeiträge auf der Demo wäre deutlich mehr drin gewesen. Euer Text leistet auch zur Diskussion über eine inhaltliche Neuausrichtung der Linken einen wichtigen Anstoß.

Unser Anspruch ist es nicht innerlinke Szenepolitik für bereits Radikalisierte zu machen, sondern eine breitere Gesellschaft abzuholen, zu radikalisieren und zu politisieren. Dazu gehört auch die Wählerschaft bürgerlicher Parteien, die sich auf exakt solchen Demonstrationen wiederfinden. Für viele Antifaschist*innen, welche sich neu der Szene anschließen, sind diese Demonstrationen ein erster Berührungspunkt, vielleicht auch grade, weil dort hin- und wieder etablierte Akteure mitlaufen. Daher sehen wir in ihnen ein Potenzial und hätten uns umso mehr gefreut, eure Analyse und Kritik in der Demonstration zu hören. Ein weiterer Kritikpunkt den wir annehmen ist der, dass die Parteien, die sich auf der Demo als ach so antifaschistisch darstellen, für unser aktuelles System in all seinen nationalistischen und rassistischen Auswüchsen verantwortlich sind. Diese Scheinheiligkeit gilt es anzuprangern, was im Zusammenhang der Demo nicht passiert ist.

In der Ausdrucksweise und dem Zeitpunkt sehen wir eine destruktive und unsolidarische Kritikform an Antifaschist*innen und linksradikaler Strukturen, wenngleich ihr auch weitere Akteure adressiert. Der unverhohlene Spott erscheint elitär, überheblich und selbstgerecht. Durch eine Diffamierung der Unterstützer*innen wird versucht eine Grenze zu ziehen zwischen den guten Antifaschist*innen (euch) und den schlechten Antifaschist*innen (Unterstützer*innen der Demo). Ihr unterstellt den schlechten Antifaschist*innen einen aktiven Kampf gegen Inhalt und Kritik zu führen, dabei wäre berechtigte Kritik sowie die inhaltlichen Analyse auf diesen Demonstrationen ausdrücklich erwünscht. Durch Zeitpunkt und Form der Kritikäußerung könnt ihr beeinflussen wie leicht die Kritik angenommen wird. Mit Diffamierungen sowie das Timing am Vorabend der Demo erschwert ihr eine Kritikannahme um euch anschließend über Kritiklosigkeit zu beschweren. Falls ihr das Ziel verfolgt, dass eure Kritik auch angenommen werden soll, ist es widersprüchlich die Adressat*innen wegzustoßen. Falls ihr Antifaschisst*innen in einer gemeinsamen kommunistischen Perspektive einen wollt, ist es wiedersprüchlich solch fette Trennlinien zwischen sich und den anderen zu ziehen. Falls ihr die bestehenden Machtverhältnisse aus einer antifaschistischen Perspektiver kritisieren wollt, ist es wiedersprüchlich andere Anitfaschist*innen zu erniedrigen.

Letztlich wollen wir aber auch eure Analyse etwas entgegensetzten! Eure Aussage, dass sich mit einer AfD-Regierung nichts ändern würde, sehen wir als veraltete Kapitalismuskritik und Missachtung eigener Privilegien. Eine AfD-Regierung bedeutet für Millionen marginalisierte Menschen in Deutschland eine existenzielle Bedrohung ihrer Lebensverhältnisse. Die Zahl der Angriffe auf Geflüchtete oder auf ihre Unterkünfte hängt auch mit dem politischen Diskurs zusammen. Besonders sichtbar wird in anderen EU-Ländern, wie es rechtspopulistische Parteien gelingt das Sterben an den EU-Außengrenze weiter zu steigern. Sich da bei Wahlen für das “kleinere Übel” zu entscheiden, und überhaupt entscheiden zu dürfen, ist eine Möglichkeit, welche auch radikale Linke nutzen sollten. Auch hier kennt eure Argumentation wieder nur gute und schlechte Antifaschist*innen ohne ausreichend zu differenzieren. Wählen zu gehen ist nicht gleichzusetzen mit einer “offene Parteinahme für ein Gesellschaftsmodell der bürgerlichen Herrschaft” sondern kann auch als Nutzung von Privilegien reflektiert werden. Den Bruch mit dem Bestehenden erreichen wir aktuell durch Wahlboykott wohl kaum. Ein aktives Wegschauen von der AfD hat jedoch Folgen! Wenn diese Folgen auch nicht als erstes die weiße und akademische Linke treffen, so treffen sie doch marginalisierte Menschen in Thüringen oder an der EU-Außengrenze in entscheidendem Maße.

Wir hoffen, dass es auch zukünftig einen Austausch über mögliche Ausrichtungen linksradikaler Arbeit geben wird, der noch solidarischer und konstruktiver geführt werden kann. Wir sind dankbar, dass ihr zu dieser Debatte einen Anstoß gegeben habt, und freuen uns unsererseits über weitere Kritik und Antworttexte.
Liebe Grüße, URL Jena

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