Aufruf für gemeinsame Anreise zum antifaschistischen und antirassistischen Ratschlag in Gera

Jedes Jahr wird am 9. November den Opfern der faschistischen Pogrome im Jahr 1938 gedacht, an denen Nationalsozialist*innen, gedeckt und unterstützt von der Zivilbevölkerung, im ganzen Land Synagogen und andere jüdische Einrichtungen in Brand setzten und mordend durch die Städte und Dörfer zogen.

In Gedenken an die Opfer der Taten findet jährlich der antifaschistische und antirassistische Ratschlag in Thüringen statt. Auch aktuell dominieren Neonazis das gesellschaftliche Klima. Die AfD rund um den Faschisten Höcke ist laut Umfragen die stärkste Partei in Thüringen und vergleichsweise milde Urteile von gewalttätigen Neonazischlägern wie im Fretterode-Prozess zeigen, dass auf den Staat im Kampf gegen Faschist*innen kein Verlass ist. Bekannte Neonazis organisierten vielerorts die Montagsdemos gegen Infektionsschutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie und versuchen auch jetzt den Diskurs um Inflation, steigende Preise und Heizkosten mit ihren kruden Thesen zu besetzen und zu vereinnahmen.

Um diesen faschistischen Bestrebungen entgegenzutreten, rufen wir auf zum antifaschistischen und antirassistischen Ratschlag nach Gera zu fahren, um uns nachhaltig und Thüringenweit gegen Faschist*innen und Nazis zu vernetzen und fortzubilden.

Der Ratschlag findet am 4. und 5. November in der Häselburg in Gera statt. Zur gemeinsamen Anreise treffen wir uns:

Am 4.11.2022 16:30h (Abfahrt 16:40h), Jena West, Gleis 2.

Am 5.11.2022 08:10h (Abfahrt 08:22h), Jena West, Gleis 2.

Den Aufruf des Ratschlags und weitere Informationen findet ihr hier: http://ratschlag-thueringen.de/index.html

Unterzeichnet von

Undogmatische Radikale Linke
Infoladen Jena
Junge Gemeinde Stadtmitte

Veröffentlicht unter Antifaschismus, Projekte | Kommentare deaktiviert für Aufruf für gemeinsame Anreise zum antifaschistischen und antirassistischen Ratschlag in Gera

Rückblick Demo 15.10.2022

Nachhaltig gegen die Preisexplosion – Kapitalismus überwinden!

Vergangenen Samstag (15.10.) haben wir zusammen mit dem Jenaer Bündnis ‚Nicht mit uns!‘ unter dem Motto ‚Solidarisch durch die Krise‘ unseren Protest auf die Straße gebracht und unseren Unmut über den Kapitalismus, die Preissteigerungen und die unsolidarische Politik der Herrschenden in der Energiekrise nach Außen getragen. Es ist uns mit dem Bündnis gelungen eine kraftvolle Demo mit knapp 500 Menschen auf die Beine zu stellen, die mit Sprechchören wie „Umverteilung keine Frage – das ist eine Kampfansage“ , oder „Clara Zetkin wusste schon – Diebstahl heißt jetzt Inflation“ unter Anderem für eine echte Umverteilung von oben nach unten, für die Vergesellschaftung von Energieunternehmen, und gegen Zwangsräumungen und Strom-, Gas-, und Heizungssperren demonstriert hat. (weitere Forderungen: nicht-mit-uns-jena.de)

Viele dieser Forderungen verfolgen Etappensiege, die es möglichst vielen Menschen erlauben sollen, halbwegs gut durch den Winter zu kommen. Gleichzeitig wurde auch die Systemfrage gestellt. Für uns ist klar, dass für eine nachhaltige Lösung der globale Kapitalismus überwunden werden muss. Ohne diesem etwas entgegenzusetzen, werden wir nicht nur weiter mit Krisen dieser Art, sondern auch mit einer Klassenkampf Politik von oben rechnen müssen. Diese zeigt sich nicht zuletzt in einer Abwälzung der Krisenkosten von reichen Profiteur*innen zu mittellosen Arbeiter*innen und Ausgeschlossenen, und von Europa in den Globalen Süden, kurz: von oben nach unten.

Klar ist auch, dass wir noch deutlich mehr Menschen werden müssen, und dass der Protest nicht mit der Demo aufhören kann, sondern in die Betriebe, Universitäten und Schulen getragen werden muss. Und ebenso wie auf der Straße, müssen wir auch in der Nachbarschaft präsent sein.

Die Demo war ein kraftvoller und entschlossener Auftakt für einen heißen Herbst in Jena und Umgebung, und die nächsten Aktionen sind bereits in Planung: Am 26.11. ist der nächste Aktionstag des Jenaer ‚Nicht mit uns‘ Bündnisses. Bis dahin ging es am Sonntag dem 16.10 in Apolda und geht es am 21.10. in Pößneck, am 26.10, in Altenburg und am 27.10. in Gera mit ‚Nicht mit uns‘ Demos weiter.

Für weitere Updates aus dem Bündnis:

Website nicht-mit-uns-jena.de

Telegram: t.me/nichtmitunsjena

Instagram: @nichtmituns_jena

Twitter: @nichtmitunsjena

 

Veröffentlicht unter General, Projekte, Sozialproteste | Kommentare deaktiviert für Rückblick Demo 15.10.2022

Call for participation offene Veranstaltung 16.09.

Steigende Strom- und Gaspreise, Inflation, Armut – Während Unternehmen aus der Verteuerung noch Gewinn erzielen und über eine Übergewinnsteuer diskutiert wird, spüren weite Teile der Bevölkerung die Armut. Sozial-ökologische Maßnahmen wie das 9€-Ticket, die die finanzielle Situation einkommensschwacher Personen verbessern, werden bewusst auslaufen gelassen und die sogenannten Entlastungspakete entlasten den Geldbeutel der Reichen [1]. Stattdessen werden öffentliche Orte geschlossen, welche Ausweichmöglichkeiten zum Energiesparen für einkommensschwache Gruppen sein könnten. 

So überlegt zum Beispiel die Uni Jena, nach der Weihnachtspause die Uni nicht zur Fortführung der Lehre die Gebäude wieder zu öffnen, sondern für begrenzte Zeit auf Online-Lehre zu wechseln, um so Energie zu sparen und die Heizkosten auf die Studierenden umzulegen. Wir wollen dies nicht auf uns sitzen lassen!

Wir möchten mit euch Protest auf die Straße bringen und überlegen, wie wir in den krisenhaften Zeiten Netzwerke der Solidarität und gegenseitigen Unterstützung aufbauen können. In vielen Städten Deutschlands gibt es bereits ähnliche Gruppen und Bündnisse. Wir möchten nun auch in Jena aktiv werden und laden als URL Jena euch ein, mit uns am 16.09. um 17 Uhr im Haus auf der Mauer zusammenzukommen.

Unser Protest ist klar antifaschistisch, klimagerecht und feministisch. Wir grenzen uns ab von Verschwörungsideolog*innen, Putinversteher*innen oder sogenannten Querdenkern.


[1] https://www.zeit.de/2022/37/drittes-entlastungspaket-ampel-koalition-energiekosten-inflation?utm_referrer=https%3A%2F%2Fduckduckgo.com%2F

Veröffentlicht unter Projekte, Sozialproteste | Kommentare deaktiviert für Call for participation offene Veranstaltung 16.09.

Statement von ehemaligen Pekaris in der URL Jena

Statement von ehemaligen Pekaris in der URL Jena.

Vor etwas mehr als drei Jahren begann der Aufarbeitungs- und Reflexionsprozess unserer ehemaligen Gruppe Pekari Jena. Pekari hatte sich im Dezember 2021 aufgelöst, zwei Statements 1 zu Übergriffen sexueller Gewalt, täterschützendem Verhalten, Sexismus und Hierarchien in der Gruppe sind in diesem Prozess erschienen. Als ehemalige Pekaris organisieren wir uns nun in der neu gegründeten Undogmatischen Radikalen Linken (URL) Jena. Diese Entscheidung haben wir bewusst getroffen und wir möchten mit diesem Statement noch ein paar Gedanken teilen:

Ein kurzer Rückblick auf den Prozess

In Pekari waren wir bis zum Ende Teil der Gruppe, die Verantwortung übernommen hat und den Aufarbeitungsprozess von innen gestartet sowie nach unseren besten Möglichkeiten abgeschlossen hat. Wir nehmen die Kritik an, die an uns geäußert wurde: Wir haben unseren Prozess nicht öffentlich gemacht und stattdessen wieder angefangen nach Außen politisch zu arbeiten. Dies war falsch und wir können dafür nur um Entschuldigung bitten. Fehlende Transparenz über sexuelle Gewalt ist ein viel zu großes Problem im Umgang mit sexualisierter Gewalt in der linken Szene, die am Ende nur Tätern hilft. Nichtsdestotrotz kann Transparenz am Ende aber auch nur in Absprache mit und nach den Wünschen der Betroffenen hergestellt werden. Frustration bei uns und unseren (ehemaligen) Genoss*innen entstand nicht nur aus unserer Intransparenz, sondern auch aus unserer Unwissenheit und Unsicherheit und dem daraus resultierendem falschen Umgang. Dies tut uns leid.

Im Prozess lernten wir, was es wirklich heißt, solidarisch bzw. parteilich mit Betroffenen sexueller Gewalt zu sein. Täterschützend gehandelt wird schnell; konfrontativ mit den eigenen Freund*innen oder Genoss*innen zu sein, ist schwierig. Nur eine theoretische Auseinandersetzung mit den Konzepten von Definitionsmacht oder solidarischer Parteilichkeit ist leider oftmals nicht ausreichend, um den eigenen Anspruch auch in der Praxis umzusetzen. Dennoch wollen wir versuchen, diesen Anspruch bestmöglich zu erfüllen: Reflexion und Austausch sowie ein konstantes Bewusstmachen der Betroffenenperspektive helfen uns, unseren eigenen Umgang kritisch zu hinterfragen.

Für unsere neue Gruppe nehmen wir noch mit, dass wir ausführliche interne Kommunikation und Transparenz in Aufarbeitungsprozessen aber auch im Miteinander essentiell sind. Vertrauen innerhalb der Gruppe ist notwendig, um Beziehungen zu Tätern oder Täterschützer*innen zu besprechen, sodass die eigene Verstrickung bearbeitet werden kann. Dazu gilt es selbst aktiv von diesen zu erzählen, aber auch kritischen Fragen zu stellen und auf diese ehrlich zu antworten. Outcalls sollen immer intern thematisiert und – wenn ein Bezug zu unserer Gruppe besteht – sich dazu öffentlich positioniert werden.

Zuletzt ist es wichtig, auf die psychische Gesundheit der Leute im Prozess zu achten. Auch Leute in der Gruppe können schon betroffen von sexueller Gewalt sein, was wiederum zu Belastungen in der Bearbeitung des Themas führen kann. Der (wahrgenommene) Druck und die oftmals schwierige und durch Unsicherheit geprägte Auseinandersetzung mit sexueller Gewalt können dazu führen, dass alle an ihre Grenzen kommen. Hier gilt es, sowohl auf die eigenen Kapazitäten als auch die der anderen zu achten.

Warum denken wir, dass wir uns in die Gruppe einbringen können?

Der Umgang mit sexualisierter Gewalt (in der linken Szene) ist für uns kein abgeschlossenes Projekt, das für uns persönlich mit der Auflösung von Pekari geendet hat. Wir beschäftigen uns weiterhin mit der Thematik und bringen unter anderem unser Wissen und unsere Erfahrung in die neue Gruppe ein, beispielsweise in der Erstellung von Konzepten zur Prävention von und Intervention bei Fällen sexueller Gewalt oder in der Schaffung von Gruppenstrukturen, die Diskriminierung oder verschiedene Formen von Hierarchien möglichst verhindern. Wir möchten dazu auch unsere Erfahrungen teilen, sodass hoffentlich Fehler nicht erneut gemacht werden. Dazu sehen wir die Möglichkeit, in einer Basisgruppe, in welcher sich Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungsschätzen organisieren, unser Wissen sinnvoll teilen zu können; auch an diejenigen, die vielleicht erst neu in die Szene kommen. Dazu möchten wir uns an dieser Stelle auch für eine tolerantere Fehlerkultur in den Prozessen und wenn Fehler gemacht werden, für eine solidarische Kritik, aussprechen. Unserer Meinung ist es am Ende das Commitment und die Intention von Handlungen, die zählen: Handelt eine Person oder Gruppe nur, um sich selbst zu retten? Oder geht es darum, die betroffene Person zu unterstützen? Das heißt jedoch nicht, dass nun alle Fehler erlaubt sind, auch hier gibt es klare Grenzen. Bagatellisierung und Ignoranz von übergriffigem Verhalten oder Angriffen auf die körperliche Selbstbestimmung werden nicht geduldet.

Um unsere Erfahrung auch über die eigene Gruppe hinaus zu teilen, wird sich die URL Jena auch im Jenaer Prozessplenum zu langfristigen Umgangsformen mit sexueller/ sexualisierter Gewalt in der linken Szene einbringen.

Die Arbeit an dem Prozess um Pekari ist für uns jedoch abgeschlossen. Wir haben gemerkt, dass es mit Pekari so nicht mehr weitergeht und daher hat sich die Gruppe mit Veröffentlichung des zweiten Statements aufgelöst. Als (ehemalige) Pekaris sind wir jedoch weiterhin ansprechbar für Kritik, Fragen und Anmerkungen zu unserem Prozess. Wir stehen auch zur Verfügung, wenn anderen Polit-Gruppen, die sich in ähnlichen Situationen befinden, ein Erfahrungsaustausch im Umgang mit sexueller Gewalt helfen würde. Erreichen könnt ihr uns nun am besten via Mail an die Adresse der URL: url-jena@riseup.net

 


1 https://dasschlechtegewissen.noblogs.org/files/2022/08/2021-08-06_zwischenstand_pekari.pdf

https://dasschlechtegewissen.noblogs.org/files/2022/08/2021-12-18_Statement_Taeterschutz_und_Aufloesung_Pekari.pdf
Durch das Abschalten von Blogsport ist unser Blog gelöscht worden. Die Statements findet ihr nun nur noch in der Chronik, die Das schlechte Gewissen erstellt hat. Vielen Dank für das Bereitstellen dieser wichtigen Informationen und Infrastruktur.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Statement von ehemaligen Pekaris in der URL Jena

Einladung zum Rheinmetall Entwaffnen Mobivortrag

Vom 30.08. bis 04.09. findet in Kassel das Aktionscamp von Rheinmetall Entwaffnen statt (https://rheinmetallentwaffnen.noblogs.org/). Rüstungskonzerne wie Rheinmetall versuchen weltweit Profite aus Krieg und Terror zu schlagen. Seit über 100 Jahren wird in Kassel Tod und Leid produziert, mit dem Deutschland die Welt überzieht. Aus Kassel kommen beispielsweise jene Panzer mit denen das türkische Regime unsere Freund*innen der kurdischen Freiheitsbewegung überfällt. Um Angriffskriege zu stoppen, müssen wir hier die Rüstungsindustrie angreifen. Für uns ist der Kampf gegen die Rüstungsindustrie ein emanzipatorischer. Patriachat, Klimakatastrophe, Kapitalismus und Krieg hängen untrennbar zusammen.

Wir wollen euch am 20. Juni um 20 Uhr im Kulturschlachthof etwas Input zur Waffenindustrie in Deutschland, der Antimilitarismusbewegung, und zur Aktionswoche von Rheinmetall Entwaffnen geben. Auch die Kurdistan-Soli-Gruppe beteiligt sich an unserem Input. Die Bar ist geöffnet und anschließend gibt es einen Austausch wie wir aus Jena gegen Militarisierung, Krieg und Kapital aktiv werden können.

Wir freuen uns auf euch

URL (ehemals Panzerknacken) Jena

Veröffentlicht unter Antimilitarismus, Projekte | Kommentare deaktiviert für Einladung zum Rheinmetall Entwaffnen Mobivortrag